Der neue Stadtrat mit (vl.) Markus Brüllmann, Daniel Moos, Susan Danubio, Thomas Niederberger und Elina Müller. ⋌Kurt Peter
29.09.2026 08:06
Die Karten sind neu gemischt
Erstmals zwei Frauen im Stadtrat - Eher überraschend gewinnt die SP den Sitz knapp vor der SVP
Der Kreuzlinger Stadtrat wird weiblicher: Susan Danubio (FDP) und Elina Müller (SP) nehmen neu Einsitz in der Exekutive. Die bisherigen Markus Brüllmann (SP) und Daniel Moos (Freie Liste) wurden ebenso bestätigt wie Stadtpräsident Thomas Niederberger (SVP). Ganz knapp scheiterte Judith Ricklin (SVP).
Kreuzlingen Vize-Stadtpräsident Thomas Beringer verlas im Rathaus die mit Spannung erwarteten Resultate zur Wahl ins Stadtpräsidium und den Stadtrat. Stadtpräsident Thomas Niederberger wurde mit 2891 Stimmen klar gewählt, das absolute Mehr betrug 1879 Stimmen. Georg Schulthess bekam 740 Stimmen. Ein Glanzresultat konnte der bisherige Stadtrat Markus Brüllmann verzeichnen. Er erhielt 2691 Stimmen, gefolgt vom bisherigen Daniel Moos mit 2573 Stimmen. Knapp wurde es bei den drei neu kandidierenden Frauen: Susan Danubio schaffte den Einzug in den Stadtrat mit 2392 Stimmen, gefolgt von Elina Müller mit 1960 Stimmen. Judith Ricklin erreichte das absolute Mehr von 1645 Stimmen zwar auch, scheiterte aber mit 1947 Stimmen als überzählige Kandidatin. Der im Rathaussaal nicht anwesende Georg Schulthess erhielt 1258 Stimmen.
Breitere Diskussion im Stadtrat
«Das Ergebnis ist eine Bestätigung meiner Arbeit und motiviert mich», nahm Stadtpräsident Thomas Niederberger Stellung. Auf die neue Zusammensetzung im Stadtrat freue er sich, gemeinsam gelte es, die bewilligten Projekte sauber abzuarbeiten und den Finanzhaushalt im Griff zu behalten. «Gerade bei diesem Thema gibt es viele offene Fragen wie der Wegfall der Liegenschaftensteuer ab 2029». Eine der ersten Aufgaben des neuen Stadtrates werde es sein, das Legislaturprogramm zu erarbeiten.
Sie müsse das Resultat erst realisieren, sagte Susan Danubio. Sie sei überrascht von den vielen Stimmen, sei sie doch ein «Politikneuling». Die Departementsverteilung werde im Gremium besprochen und sei an diesem Sonntagnachmittag kein Thema. Sie freue sich auf eine breite Diskussion im Stadtrat. Elina Müller hat «gedacht, dass es knapp wird, die grosse Unterstützung hat mich aber positiv gestimmt». Im Stadtrat habe Sachpolitik Vorrang, die Partei trete in den Hintergrund. Als Architektin liege ihr das Thema Stadtentwicklung natürlich sehr am Herzen, «ohne auf eine Entscheidung im Stadtrat vorzugreifen».
SVP immer noch nicht im Stadtrat
Er habe nicht erwartet, das Resultat der vergangenen Wahl toppen zu können, freute sich Markus Brüllmann. Er sei über das Resultat sehr glücklich und freue sich auch für die SP über den zweiten Stadtratssitz. Auf die Zusammenarbeit mit den beiden Frauen freue er sich: «Gemischte Team funktionieren besser», zeigte er sich überzeugt. Auch er verwies bei der Frage nach dem Departement auf die erste Sitzung in der neuen Legislatur. «300 Stimmen mehr als vor vier Jahren ist ein sehr gutes Resultat», freute sich Daniel Moos. Er werde auch die nächsten vier Jahre für Kreuzlingen arbeiten und verwies darauf, dass «das Departement Gesellschaft viel erreicht hat, wie etwa das heute von den Stimmberechtigten bewilligte, neue Museumskonzept».
Dass nur knappe 13 Stimmen den Ausschlag für ihre Nichtwahl gegeben hätten, sei schade, sagte Judith Ricklin. Das Team habe einen guten Wahlkampf geführt und sie bedanke sich bei allen Unterstützern und Unterstützerinnen herzlich. «Vor allem für diejenigen, die viel Zeit und Elan in den Wahlkampf investiert haben, ist das Resultat schade». Sie komme zum Schluss, dass es die SVP offensichtlich schwer habe, in den Kreuzlinger Stadtrat zu kommen. An ihrer Person könne es nicht liegen: «Ich setze mich vielfältig ein, bin offen für neue Ideen und offen gegenüber den Menschen».
Von Kurt Peter