Mit E-Power den Berg hinauf
An der WEGA nahm Stefan Lang an der «Thurgauer Höhle der Löwen» teil und gewann mit seinem Projekt. Seit einigen Jahren ist er dabei, einen E-Ski für Skitouren zu entwickeln.
An der WEGA nahm Stefan Lang an der «Thurgauer Höhle der Löwen» teil und gewann mit seinem Projekt. Seit einigen Jahren ist er dabei, einen E-Ski für Skitouren zu entwickeln.
Kreuzlingen Auf Einladung vom Startnetzwerk Thurgau hat sich der Kreuzlinger Mechaniker und Erfinder Stefan Lang für die «Thurgauer Höhle der Löwen», welche an der WEGA stattfand, beworben. «Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt schon in den Ferien sein. Glücklicherweise habe ich diese verschoben», erzählt er. Die Belohnung: der Sieg und ein Preisgeld in Höhe von 5000 Franken. «Im Nachhinein habe ich alles richtig gemacht, hier dabei gewesen zu sein. Es war ein einmaliges Erlebnis, soviel Zustimmung von den Löwen und aus dem Publikum über mein Produkt erhalten zu haben», so Lang weiter.
Vor wenigen Jahren hat Stefan Lang ein Patent auf seinen E-Ski angemeldet, doch die erste Idee liegt rund zehn Jahre zurück. «Wir waren damals Ski fahren und sassen im Sessellift. Da meinte mein Schwager: 'Es gibt mittlerweile E-Bikes und auch E-Mountainbikes, jetzt kommt sicher bald noch einer und erfindet einen Antrieb für einen Tourenski'». Ab diesem Tag fragte der Schwager jedes Jahr, ob er denn nun schon einen E-Ski erfunden habe. «Es gab schon verschiedene Patente für Tourenski mit einer Art Förderband. Davon war ich jedoch nie überzeugt.» Es könne keine Lösung sein, von den Schneeverhältnissen abhängig zu sein. Am Ende habe man keinen Tourenski mehr, sondern viel mehr eine Art Raupenfahrzeug, wie etwa bei einer Pistenraupe. Also sei er strukturiert an das Thema rangegangen.
«Nach reiflicher Überlegung bin ich auf einen Mechanismus gekommen von dem ich überzeugt war, das kann funktionieren», blickt Stefan Lang zurück. Das Ziel seiner Entwicklung ist, dass man nur die Laufbewegung machen muss und der Motor dann automatisch einsteigt. Man könne die Motoren auf jeden gängigen Tourenski nachrüsten und per Adapterplatte befestigen, für die Abfahrt können man sie wieder einfach wegnehmen. Nun gehe es darum, den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen. «Ich muss die richtigen Motoren finden sowie eine Software entwickeln, die von selbst erkennt, wenn man einen Schritt macht.» Aktuell müsse dies noch manuell für jeden Ski per Knopfdruck geschehen.
Nach dem Auftritt an der WEGA ist Stefan Langs nächstes Ziel: schnell einen Prototypen entwickeln, in Serienproduktion gehen und etwa einige tausend Produkte im Jahr verkaufen. Das Problem dabei: «Ich habe noch kein fertiges Produkt zum zeigen. Dennoch bin ich auf Unterstützung und Investoren angewiesen.» Er sei sich dem grossen Risiko bewusst, glaubt aber fest an seine Idee. Die positive Rückmeldung an der «Thurgauer Höhle der Löwen» bestärken den Erfinder.
Doch wie funktioniert der E-Tourenski überhaupt? «Auf dem Ski wird ein Modul mit Akku und Motor installiert. Die Motoren und Skier werden über Bänder miteinander gekoppelt. Ein Sensor erkennt dann einen Schritt, wodurch die Diagonale verkürzt wird und der Motor einen beim Gehen unterstützt.» Beide Motoren seien parallel aktiv, wodurch auf jedem Ski nur die halbe Leistung benötigt würde. Bei eine Spitzkehre könne man einfach die Kopplung lösen, die Skier neu ausrichten und danach normal weitergehen.
Momentan sei Stefan Lang an einem Punkt angelangt, an dem er weiter an der Elektronik arbeiten müsse. «Ich will die Kabel 'loswerden'. Für die technischen Weiterentwicklungen brauche ich aber viele Ressourcen, darunter Manpower und natürlich Geld. Hier bin ich aber schon mit einigen Leuten in Kontakt», so Lang. Unterstützt werde er bereits von Moritz Beyn aus Tägerwilen, welcher sich vor allem um das Marketing kümmert und ebenfalls in dieses Projekt involviert sei. Aktuell rechne er mit Entwicklungskosten zwischen 700'000 und einer Million Franken. Bisher werde das Projekt von seiner Firma «TecVentum AG» mitfinanziert. Doch aus dem bisherigen Feierabendprojekt soll bald eine eigene Firma werden.
Von Nico Wrzeszcz
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