Positiver Blick zurück (vl.): Timo Leibbrand, Daniel Moos, Klemenz Somm und Michele Pizzolante. Kurt Peter
23.04.2026 05:00
Die Feuertaufe bestanden
Die Erfahrungen aus 100 Tagen Gastronomie fallen positiv aus - Team ist gespannt auf den Sommer
Die Bilanz ist durchwegs positiv: Nach 100 Tagen Seeburg-Betrieb nehmen Stadt, Pächter und Geschäftsführer in einem Rückblick Stellung, werfen aber auch einen Blick in die Zukunft. Denn das Gebäude bedarf weiterer Sanierungsmassnahmen und eine Bestandesaufnahme wird auch noch erarbeitet.
Kreuzlingen «Das Ziel, das Schloss Seeburg wieder für die Bevölkerung zu öffnen, ist erfüllt», nimmt der zuständige Stadtrat Daniel Moos anlässlich eines Mediengesprächs Stellung. Er zog eine positive Bilanz über die ersten 100 Tage und den Betrieb in diesem «Juwel am See». Daniel Moos sprach von einem Team aus der Region, welches «den Betrieb mit Herzblut aufgenommen hat». Die Seeburg sei eine wichtige Location für Veranstaltungen und dem Stadtrat «liegen die Hochzeiten sehr am Herzen, gibt das doch eine stärkere Bindung an den Ort».
Enge Bindung zum Haus
Dass die Seeburg ein grosser Anziehungspunkt im Park sei und der Kreuzlinger Bevölkerung am Herzen liege, sei unbestritten. Und so wünsche sich der Stadtrat Kontinuität für den Betrieb. «Bisher habe ich nur positive Rückmeldung erhalten, Gastfreundschaft und Gastronomie werden gelobt». Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Pächter Klemenz Somm und Geschäftsführer Timo Leibbrand bezeichnete er als «gut, manchmal fordernd, aber konstruktiv und es ist gelungen, alles unter einen Hut zu bringen».
Pächter Klemenz Somm sprach von seiner «sehr engen emotionalen Verbindung zur Seeburg, von der Zivilhochzeit über Taufen bis Trauerfeier». Ganz viele Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger hätten ähnliche emotionale Verhältnisse zur Seeburg. Und nicht nur, weil «das Haus unter permanenter Beobachtung steht, sondern auch, weil es eine grosse Herausforderung ist, die Seeburg gastronomisch zu bewältigen, hatten wir grossen Respekt vor der Herausforderung». Nun sei das Projekt auf Kurs und mache Freude. Freude machten auch die vielen positiven Rückmeldungen. Und doch: «Der Sanierungsbedarf ist da und die Arbeiten werden eine grosse Herausforderung sein, da sie teils unter Betrieb realisiert werden».
Offizielle Eröffnung am 1. Mai
Die Testphase sei in allen Bereichen abgeschlossen: Events, täglicher Betrieb, Innen- und Aussenräume hätten die Feuertaufe bestanden, « auch das Team hat sich gut eingearbeitet», so Timo Leibbrand. Alle seien gespannt, wie sich der Sommer entwickeln werde, angepasst worden seien die Öffnungszeiten. «Wir haben von Mittwoch bis Sonntag, täglich von 11.30 bis 22 Uhr offen». Auch das Angebot aus Küche und Keller werde leicht ausgebaut, «wir können sicher noch zusätzliche Klassiker dazunehmen». Nach der stillen Eröffnung lädt die Seeburg am 1. Mai zur offiziellen Eröffnung ein. Mit Grillbuffet à discrétion, Weindegustation und musikalischer Umrahmung. «Wenn das Wetter nicht passt, machen wir das Fest am 3. Mai», ergänzt Somm.
Michele Pizzolante, Leiter Gesellschaft und Liegenschaften blickte zunächst auf die lange Geschichte der Seeburg zurück und mahnte, dass «die Stadt mit dem Kauf der Liegenschaft eine grosse Verantwortung übernommen hat». Neben den Unterhaltsarbeiten werde in den kommenden Monaten in energetische Sanierung und Brandschutz investiert. Dafür habe der Gemeinderat einen Kredit von 1,5 Millionen Franken bewilligt. Umgesetzt würden die Massnahmen etappenweise, es sei aber unumgänglich, dass die Seeburg für kurze Zeit geschlossen werden müsse. «Die Sanierungen sind ein klares Zeichen für die die Bewahrung dieses Denkmals». Laut Daniel Moss wird eine detaillierte Bestandesaufnahme folgen. «Die letzte umfassende Sanierung stammt aus dem Jahr 1984, wir werden dem Gemeinderat eine entsprechende Botschaft vorlegen».
Von Kurt Peter