Katharina Grünig (links) wurde von Raffaella Strähl für ihren Einsatz gewürdigt und in den Ruhestand verabschiedet. ⋌Kurt Peter
01.07.2026 09:45
«Habt Geduld und Vertrauen»
An der Gemeindeversammlung Kemmental wurde Katharina Grünig geehrt und verabschiedet
Die Rechnung 2025 sowie ein Investitionskredit für eine Wassertransportleitung wurden an der Kemmentaler Gemeindeversammlung diskussionslos genehmigt. In den definitiven Ruhestand verabschiedet wurde Katharina Grünig.
Kemmental «Begrüsst die Gemeinde Kemmental, habt Vertrauen und Geduld in die Verwaltung», so verabschiedete sich die langjährige Gemeindeschreiberin Katharina Grü-nig an der Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle Alterswilen. Sie blickte zum Schluss der Versammlung auf eine turbulente Zeit zurück. Als klar wurde, dass der damalige Stelleninhaber für lange Zeit ausfallen würde, sprang sie ein. «Ich komme helfen, aber nicht lange», beantwortete sie damals die dringende Anfrage von Gemeindepräsidentin Raffaella Strähl. Und sie habe sich auch die Bedenkzeit von einer Nacht ausbedungen. Aus dem «aber nicht lange» wurde dann schliesslich ein ganzes Jahr.
Unsicherheit und Unruhe
Seit ihrer regulären Pensionierung sei viel passiert, zog Katharina Grünig Bilanz. Neue Mitglieder im Gemeinderat, neues Personal in der Verwaltung und deren Umstrukturierung. «Das hat Unsicherheit und Unruhe in die Verwaltung gebracht». Sie forderte an der Gemeindeversammlung aber auch dazu auf, Verständnis zu haben, wenn alte Strukturen aufgebrochen werden müssten und stellte klar, dass «Gemeinderat und Gemeindepräsidentin ihre Entscheidungen nicht aus dem Ärmel schütteln». Mit dem Wunsch «macht es gut und bleibt gesund», wurde Katharina Grünig nun endgültig in den Ruhestand verabschiedet. Zuvor hatte Raffaella Strähl den Einsatz von Katharina Grünig gewürdigt. Ihr Engagement in turbulenten Zeiten sei nicht selbstverständlich gewesen und habe dabei geholfen, den Berg an Pendenzen abzutragen. «Da war ihre Erfahrung von grossem Wert». Seit dem 1. Januar sei nun David Huber als Gemeindeschreiber im Amt, bis Ende Juni habe Katharina Grünig unterstützend weitergewirkt. Der Einsatz der ehemaligen Gemeindeschreiberin wurde von der Versammlung mit Applaus verdankt.
Erfreulicher Abschluss
Zu Beginn der Versammlung hatten die 84 Stimmberechtigten über die Rechnung 2025 zu entscheiden. Raffaella Strähl erläuterte das Resultat. Statt des erwarteten Defizits von 127'000 Franken resultiere ein Gewinn von 1,048 Millionen Franken, der vor allem auf höhere Steuereinnahmen zurückzuführen sei. Ausser dem Glasfasernetz hätten alle Spezialfinanzierungen im Plus abgeschlossen. «Das ist zwar erfreulich, dennoch sind Schulden vorhanden», so die Gemeindepräsidentin. Die Rechnung und die Gewinnverwendung, der Überschuss wird dem Eigenkapital zugewiesen, wurden ohne Diskussion und einstimmig genehmigt. Ebenso bewilligt wurde der Investitionskredit von 1,1 Millionen Franken als Anteil an die Transportleitung der Wasserversorgung Region Kreuzlingen.
Die Gemeindepräsidentin informierte anschliessend über die neue Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission. Sie werde ab der neuen Legislatur 2027 die Rechnungen prüfen, der Gemeindeversammlung darüber Bericht erstatten. «Ebenso wird die Kommission dem Gemeinderat und der Verwaltung auf die Finger schauen», ergänzte Raffaella Strähl. Gesucht seien nun Mitglieder mit politischem Interesse und Flair für Zahlen. Auf etwa zehn Tage jährlich bezifferte Raffaella Strähl den zeitlichen Aufwand.
Ortsplanung wird in Kraft gesetzt
Mehr Diskussionsbedarf gab es bei der Raumplanung. Der Kanton habe Zonenplan und Baureglement bis auf einen Artikel der Dorfzone bewilligt. «Bis auf diesen werden wir die Ortsplanung auf einen noch zu bestimmenden Zeitpunkt in Kraft setzen». Claus Peter Dilger aus Hugelshofen kritisierte den Gestaltungsplan Winkelquartier. Unter anderem monierte er die gefährliche Verkehrsführung. In diesem Zusammenhang fragte er nach dem neuen Baureglement und der darin vorgesehenen Baukommission. Diese sei noch nicht im Amt, weil die neue Ortsplanung nicht in Kraft gesetzt sei. Eine Einsprache gegen den Gestaltungsplan müsse während der Auflage gemacht werden, sonst sei es zu spät. Monika Knill wollte wissen, wie es um Öko-Tois bei den Bommer Weihern aussehe. «Ich habe das Anliegen vor einem Jahr deponiert aber noch nichts gehört». Die Antwort vom Kanton sei knapp und eindeutig: «Nicht bewilligungsfähig», gab Raffaella Strähl zur Auskunft. Das Problem sei aber bekannt und werde weiterverfolgt.
Kurt Peter